Montag, 26. September 2011

Schwuppdiwupp - jetzt haben wir den Salat...


So. Jetzt haben wir den Salat: Es ist Ende September. Und seit Anfang Juli (!) ist der L-Straßenblog verwaist.Schwuppdiwupp, schon ist der Sommer vorbei.
Dabei hat sich doch einiges getan, liebe Freunde sind weggezogen, ganz weit weg. Andere waren zu Besuch, viel zu kurz. Und auch wir waren im Urlaub, in den Bergen, am Meer, im Sommer.
Jetzt ist der Herbst angekommen und unsere Residenz über den Dächern der L-Straße hat seit kurzem eine Expositur, eine Kolonie sozusagen, oder ganz einfach eine Дача.
Dieser Frischluftbereich mit Eigenheim erhöht die Lebensqualität ungemein, und wir können tatsächlich unter klettergeeigneten Apfel- und Birnbäumen Picknick machen.
Der mittelfristige Plan sieht also vor, den Dachgarten – davon insbesondere die Tomaten- und Gurkenplantagen – zu verlegen und zu erweitern, mal sehen, was sich sonst noch anbietet: seltene Kartoffelsorten, weiße und rote Gemüsezwiebeln, Kürbis, Zucchini, Paprika, Rucola, Kohlrabi,… neben Äpfeln, Birnen, Kirschen ... Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Ribisel …

Freitag, 8. Juli 2011

Von Tieffliegern und Überfliegern

Die lauen Abende im Dschungel hoch über den Dächern der L-Straße sind etwas ganz besonderes.

Einerseits sitzt man hier so weit oben, dass man über alle hinwegschauen kann, andererseits braucht man sich nur einmal über das Geländer beugen und hat den allerbesten Überblick, ohne selbst gesehen zu werden.

Und auch, wenn man fast sicher sein kann, dass sich selten jemand ungeplant, unangemeldet oder unerwünscht (s. letzten Eintrag) bis hier herauf verirrt, so bleibt man an diesen Sommerabenden nicht allein.

So wie gestern etwa. Im wuchernden Grün der Sonnenblumen, durchsetzt von blutroten Blüten (ja, richtig, unsere Sonnenblumen sind nämlich rot, darauf legt der weltbeste Ehemann allergrößten Wert) flattert und tiriliert es plötzlich.
Hoppla! Wer ist denn da? Der Stieglitz (oder einer seiner Nachfahren in der mittlerweile wohl fünften Generation), der uns allspätsommerlich, -herbstlich und –winterlich rote Tupfen auf die bis dahin verblühten Sonnenblumen pinselt und die Kerne aus den trockenen Köpfen pickt?
 
Nein, auf diesen kleinen Freund müssen wir wohl noch ein bisschen warten, aber seinen Vetter hat er schon mal vorgeschickt: den Grünfink!



Vielleicht hat’s dieser kleine Tiefflieger ja genauso gut auf die Sonnenblumen abgesehen, oder aber auf die Dillsamen, Sellerieblüten oder noch ganz unreifen Weintrauben – wobei sich der kleine Kerl an denen wahrscheinlich eher verschluckt.

Weniger flatterhaft, dafür aber mehr im Gleitflug sind diejenigen, von denen eine alleine angeblich noch keinen Sommer macht. Genau: die Schwalben - und es sind so viele, dass wir sicher sein können: Jetzt ist der Sommer eindeutig und unwiderlegbar da. Was für ein Glück.




 

Wenn Schwalben tief fliegen, soll es Regen geben. Hmmm. Das ist nun hier oben über den Dächern eindeutig Ansichtssache. Ist ein Gleitflug knapp über dem Dach jetzt ein Tiefflug oder ein simpler Überflug?



Überflieger anderer Art gibt es ja nun auch (diese meine ich nicht), selbst wenn der einst inselnächste Zentralflughafen nicht mehr in Betrieb ist und sich zu einem Symbol für urbanen Freiraum entwickelt.

Sie sind vorrangig weiß, blinken aber auch manchmal blau und rot an den Flügelspitzen, flattern in aller Regel nicht und zwitschern eher selten. Ein dumpfes Wummern trifft die Geräuschkulisse wohl eher, nicht störend, aber doch präsent, als Erinnerung daran, dass die Freiheit vielleicht doch grenzenlos ist?

Aber heute – zur Begeisterung unseres großen Kleinen – kreisen wildgewordene Hubschrauber über der Insel. Was die wohl suchen?


Robinson Crusoe? Oder sonstige Schiffbrüchige, die auf der Insel gestrandet sind?

Oder ist etwa ein blinder Passagier aus dem letzten Shuttle ausgestiegen?

Und vielleicht gleitet ja gerade dieser blinde Passagier auf unsere Insel hernieder, landet am Gasometer, und … aber das ist dann wohl eine andere Geschichte.


Wie singt die kleine Große voll Begeisterung?


Ich habe eine Maus geseh‘n, die wollt auf Weltraumreise geh’n.

Sie packt in ihren Koffer ein, was man so braucht als Mäuselein








Mittwoch, 6. Juli 2011

Nicht lustig...


Im Prinzip ist das Leben in der L-Straße ja lustig. Manchmal aber auch nicht. Denn irgendwo hört jeder Spaß auf.
Und jetzt schreib ich einen Blog, den ich grad gar nicht spaßig finde.
So hat etwa vor kurzem jemand versucht, unser Kellerabteil zu knacken, ebenso das Kellerabteil unserer Nachbarn.
Nicht, dass wir da solche Schätze vergraben hätten.
Nicht, dass der Versuch gelungen wäre.
Aber es geht ums Prinzip – und manche Sachen sind nun mal nicht lustig: mutwillig Schlösser und Beschläge von einem Kellerabteil zerstören ist doof. Da hört der Spaß auf.
Die Polizei war da, macht Fotos, sagt, jaja, Profis waren das nicht. Dabei wird es wohl bleiben. Jetzt hängt ein „Merkblatt über die Rechte von Geschädigten in Strafverfahren“ auf meiner Pinnwand.
Eigentlich will ich das gar nicht haben.

Freitag, 24. Juni 2011

Gut Kirschen essen...

Kirschenzeit auf der Insel und anderswo. In der Ruhe vor Sturm, Wolkenbruch und Donnerwetter – und auch mittendrin – haben wir es geschafft, den befreundeten Kirschbaum in einer Aktion von Nachbarschaftshilfe gerade noch rechtzeitig von seiner Last zu befreien. Die Ausbeute war beachtlich, die Teilung mehr als gerecht und der Kampf gegen die Ernte leidenschaftlich.
 
Da war gut Kirschen essen, und mehr als genug!

Was tun? Die K-Frage: Kirsch… -Kuchen, -Konfitüre, -Kompott. K.u.K – hat ja alles eine gewisse Tradition und ich geh mal wieder „back to the roots“. Für alle, die es noch nicht wissen: die liegen nicht irgendwo unter der (kirsch-)roten Insel, nein, sondern in Kakanien.

Kirsch-Koch. Ja. Kirsch-Koch. Das ist nicht der weltbeste aller Ehemänner in diesem Fall, nein, sondern war mal Kult in meinem Klan: Kirsch-Koch-Essen in Omas Küche. KKheasch-Kkhoch-Essen in da Oma ihra Kkhucchi. Kurz und gut, die Schar der Enkelkinder wurde um den Küchentisch versammelt und wer am schnellsten war, hat wohl auch am meisten „Keasch-Koch“ erwischt.
Wer versteht hier nur noch KKK, dass es im Hals kratzt? Die Kronenzeitung hilft bei der Erklärung des K-Worts.
Wenn ich ehrlich bin – Oma, bitte sei mir nicht böse – aber meine Leibspeis war’s nicht… Aber dran denken musste ich, als ich in die Kirsch-Entkernerei meditativ versunken war. Und einmal musste der Topf mit dem wunderbar roten Zuckerzeug ja übergehen, tja, das kommt von zuviel Reflexion beim Kirsch-Kochen…

Kurz und gut, der Segen hat die halbe Insel versorgt mit K’s in verschiedensten K-Formen und darüber hinaus, das richtige Mehl für den K(irsch)K(uchen) gibt‘s natürlich in der Mehlmanufaktur gegenüber… und da hab ich noch was entdeckt: sollte ich mal keine Kirschmarmelade mehr mögen, gibt’s dort auch von der „Berliner Beere“, Standort: zwei Straßen weiter, andere konfitürliche Kreativitäten.
Wer allerdings Bedarf an K.u.K hat, darf sich gern köstlich-kreativ und ansonsten vertrauensvoll an mich wenden: In Sachen K-Frage ist mit mir ist nämlich gut Kirschen essen… meistens. 

Manchmal auch wieder nicht… aber das ist eine andere Geschichte…

Montag, 6. Juni 2011

Keep cool…


Leute, es ist heiß. Ja, heiß, so richtig heiß, nicht einfach nur Sommer, sondern mehr.
Es kommt erschwerend hinzu, dass es bei uns unterm Dach einfach nochmal heißer ist als überall sonst. Diesen Eindruck hat man zumindest, wenn man beim Aufstieg vom 4. In den 5. Stock einfach nochmal mehr ins Schwitzen und Japsen kommt, weil die Quecksilbersäule ganz oben nochmal *mindestens* 5 Grad mehr anzeigt, egal, ob die Dachluke offen ist oder nicht und der blaueste aller blauen Himmel hereingrinst. Da schlägt einem nahezu angenehme Kühle entgegen, sobald man die Wohnungstür öffnet.

Doch der erste Eindruck trügt. Trotzdem ist es auch bei uns mehr als *kuschelig*, die Zimmer je nach Tageszeit mehr oder weniger (un-)erträglich. Das ostseitige Kinderzimmer sorgt dafür, dass wir uns ganz bestimmt keinen Wecker stellen müssen.
Nun gut, wollen wir uns mal nicht beklagen, nein, sondern mal eher nach ein paar Ablenkungsmanövern suchen.
Und seltsamerweise hatte ich wohl einen nervösen Mausfinger und bin klickgenau, aber ganz zufällig hier gelandet, wie schön und irgendwie erfrischend:


Wer jung bleiben will, muss früh damit anfangen. - Tja, ich würd ja gern tauschen, aber bleiben wir mal beim "wirklichen Leben"...

Und da fällt mir doch der alte Hodern ein, der tatsächlich schon 30 Jahre alt ist, diese Fassung nicht ganz, aber trotzdem… 

…und er hat mich vor ebensolanger Zeit auf den Fahrten nach Italien begleitet, aber bis dahin dauert’s ja wirklich noch ein bisschen.
Bis dahin also weiterschwitzen im "Brutkasten", wie S. liebevoll titelte, irgendwie chillen und vermeiden, dass die Hirnerweichung einsetzt, und erstmal halten wir‘s wohl mit Ben & Jerry’s und Mango + Cherry, ahem, Mungo Jerry:

… und dieser Song ist tatsächlich schon über 40 Jahre alt! Wahnsinn… aber macht noch immer gute Laune…

...die hoffentlich bis heute Abend anhält, damit die Stimmung dann hoffentlich immer noch gut genug ist, um an den guten alten Billy zu denken, dessen Hit fast so alt ist wie der von Rainhard Fendrich…



Also: Keep cool...